Gerade jetzt: Solidarität mit Israel

Man muss Horst Köhler fast nochmal dankbarer für seinen Rücktritt sein. Ohne diesen würde ich schon wieder kotzend durch die Wohnung laufen ob der aktuellen Israel-Berichterstattung.

Vorneweg: Es ist schlimm, wenn Menschen stimmen. Noch furchtbarer, wenn sie durch die Hand anderer Menschen sterben. Was auf der Mavi Marmara geschehen ist, hätte nicht geschehen dürfen. Keine Diskussion.

Dennoch gibt es hier Ursache und Wirkung zu beachten. Deshalb ganz von vorne.

Insofern war es ein Affront, wie der Transport der “Hilfslieferungen” organisiert wurde. Die Hamas jubilierte schon Reisebeginn “Wenn das Schiff Gaza erreicht: Sieg – wenn es von den Zionisten terrorisiert wird: Sieg”. Die Mitgründerin der “Free Gaza”-Bewegung, Greta Berlin, stellte unumwunden fest: “Bei dieser Mission geht es nicht darum, humanitäre Güter zu liefern, es geht darum, Israels Blockade zu brechen”.

Dies zeigte sich auch daran, dass sämtliche Kompromissvorschläge, die den Aktivisten unterbreitet wurden, abgelehnt und ignoriert wurden.

Ganz offenbar ging es den Free Gaza-Aktivisten nicht um die Hilfsmittel, sondern darum, einen Eklat zu provozieren, bei dem die Israelis als die Bösen dastehen (ausdrücklich nicht: dass sie Todesopfer provozieren wollten). Das ist voll aufgegangen. Israel steht in der Kritik. Vordergründig wegen der amateurhaften Umsetzung der Operation. Aber dahinter steht noch mehr. Allenthalben werden im Internet Berichte und Videos verlinkt, in denen israelische Bürger die Kampfhandlungen bejubeln. Nur wenig liest man von den versuchten Botschaftsstürmungen in zahlreichen gemäßigt islamischen Ländern. Von den Plakaten, auf denen ein neuer Holocaust gefordert wird, ganz zu schweigen. Hemmungslose Idioten gibt es doch auf beiden Seiten.

Dennoch gilt, was immer gilt:

Wenn die Palästinenser die Waffen niederlegen, gibt es Frieden. Wenn Israel die Waffen niederlegt, gibt es kein Israel mehr.