11 Monate mobiles Internet

Seit Mitte August 2008 benutze ich auf meinem Handy (Sony Ericsson K800i) das mobile Internet von O². Gerade auch weil sich jetzt Fragen danach häufiger ergeben haben wird es Zeit für ein Fazit.

1. Mein Tarif: Ich nutze den WAP-Tarif S von O². Der kostet zusätzlich zu meinem normalen Vertrag 5€ im Monat und beinhaltet 30MB Freivolumen, jeder weitere Megabyte kostet 50 Cent.

2. Mein Browser: Zuerst habe ich den integrierten Browser des Handys benutzt, der miserabel ist, dann die von O² bereitgestellte Variante des Opera Mini Browsers, seit dem Erscheinen eines Updates den reinen Opera Mini Browser.

3. Mein Surfverhalten: Ziemlich häufig. Anfangs habe ich mit ausgeschalteten Bildern gesurft, um nicht über die 30MB-Grenze zu gelangen – wenn man doch mal Bilder braucht, kann man die über Opera Mini schnell für die entsprechende Seite aufrufen. In der Juni/Juli-Abrechnungsperiode habe ich jetzt mal testweise die Bilder angelassen und komme zwar recht nahe an die 30MB, aber wohl nicht drüber.

facebookMeine Bookmarks (über die Tastenkombination # und 2 schnell aufrufbar) sind in der Menge übersichtlich, nämlich 24. Darunter sind die wichtigeren Sportseiten (kicker, Bild Bundesliga, Spiegel Sport, Spox, Süddeutsche Sport), die wichtigsten Nachrichten (Spiegel, Süddeutsche, General-Anzeiger, Tagesschau, ARD Videotext) und personalisierte Seiten (Google Mail, Facebook,  StudiVZ, Twitter, Google Feedreader).

All diese Seiten bieten spezielle Varianten fürs Handy, aber über den O² Proxy (Halbwissen-Alarm) kann man auch normale Internetseiten ansteuern, die dann entsprechend aufs Display verkleinert und angezoomt werden können oder ohne Rücksicht aufs Ursprungslayout in die Maße des Handys gezwängt werden – alles einstellbar über das Optionen-Menü.

kickerDie meiste Zeit im mobilen Internet verbringe ich auf Spiegel Online, kicker und dem Google Reader. Gerade letzterer ist recht ausgereift, korrespondiert mit dem “erwachsenen Reader” und funktioniert zuverlässig überall da, wo die kompletten Inhalte als Feed geliefert werden – bei Inhalten wie dem Tagesschau Blog etc, die nur einen Teaser mitliefern, kann es schonmal unangenehm aussehen, weil wie gesagt das Layout der Seite ins Display gezwängt wird.

Bei kicker und Spiegel Online ist der Inhalt weitgehend identisch mit dem der “großen” Seiten, lediglich manche Liveticker wie die von Tennis und Tour de France werden nicht angezeigt, weil sie in groß Flash-Ticker sind.

Nun kann man sich natürlich die Frage nach Sinn und Unsinn des mobilen Internet streiten. Das mache ich ja auch selbst mit mir. Angefangen hat die Durchsetzung der Erkenntnis des Nutzens als ich im August letzten Jahres bei den Eltern meiner Freundin saß, keinen Kontakt zu Premiere und Ähnlichem hatte und mit glasigen Augen ständig den Ticker aktualisierte, in dem davon berichtet wurde dass der FC-Spieler Ümit Özat beim Spiel gegen Karlsruhe zusammengebrochen war. Davon hätte ich sonst erst am nächsten Tag aus der Zeitung erfahren. Hätte das irgendwas geändert? Nein, aber ich bin halt Informationsjunkie.

twitterAnsonsten gilt für mich der Erfahrungswert, dass ich dadurch Geld spare – statt mir für jede Zugfahrt nach Hause oder langweilige Vorlesungen eine Zeitung oder Zeitschrift zu kaufen rufe ich halt den Feedreader auf – genug Qualitätslesestoff gibt es da auch. Ganz zu schweigen von der Möglichkeit, in Vorlesungen schnell und seriös über aktuelle Fußballergebnisse unterrichtet zu werden, ohne immer die Handyrechnungen SMS-schreibender Freunde zu belasten.

Im letzten September rettete uns das mobile Internet sogar ein bisschen, als wir völlig vergessen hatten, auf einer Fahrt nach Rügen eine Straßenkarte mitzunehmen und plötzlich mitten auf der Insel hockten. Die Google Maps-Applikation hilft weiter – durch die (einzuwilligende) Ortung bekommt man gleich eine Karte des Gebiets angezeigt, in dem man sich befindet, auf ca 500 Meter genau. Man sollte halt nur abwägen ob einem die Orientierung wert ist, dass Google weiß wo man ist.

Auch zu Google Mail gibt es eine eigene Applikation, die ich aber selten benutze, weil es über das browsereigene Bookmark doch schneller geht.

Praktisch ist auch die Seite des General Anzeigers – hier bekomme ich zwar keine brandneuen Nachrichten von Relevanz, dafür aber täglich ab morgens die wichtigsten Artikel des Lokalteils aus Bonn. Und natürlich die Fahrplanauskunft des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg, dessen Auskunft merkwürdigerweise fast das gesamte Bundesland Nordrhein-Westfalen beinhaltet.

Alles in allem möchte ich das mobile Internet nicht mehr missen – obwohl natürlich die Gefahr gegeben ist, gar nicht mehr groß rauszukommen aus der virtuellen Welt. Solange ich aber mir selbst vertraue das noch zu schaffen ist es wunderbar, diese Möglichkeit zu haben.