Vorrang für Anständige
Jetzt gehts ab: Das Landesschiedsgericht der SPD NRW hat beschlossen, Wolfgang Clement aus der Partei auszuschließen. Auch wenn ich bezweifle, dass das Urteil vor dem Bundesschiedsgericht Bestand haben wird: Zum Glück. Aus mehreren Gründen.
1. Schon kurz vor seinem Amtsverlust als “Superminister” in Berlin entfernte er sich inhaltlich weitestmöglich von seiner Partei, als er noch schnell ein Faltblatt veröffentlichte, dass Hartz IV-Empfänger als “Parasiten” bezeichnete.
2. Schon 2007 drohte Clement mit seinem Parteiaustritt, weil sich die SPD der Linkspartei annähere, und sprach sich, mitten in politischen Verhandlungen, gegen einen Mindestlohn aus. Das mag seine Meinung als Privatperson sein, als ehemals relevanter Bundespolitiker warf er damit seinen Nachfolgern Knüppel zwischen die Beine.
3. Als Mitglied des Konvent für Deutschland arbeitet Clement ehrenamtlich mit Menschen wie Hans-Olaf Henkel, der seit Jahren versucht, das Dritte Reich zu einer Erfindung der Linken umzudeuten, und mit Manfred Pohl, der mit “Das Ende des weißen Mannes” ein obskures, aber in seiner Wirkung nicht zu unterschätzendes Pamphlet und Leitwerk für alle PI-Leser geschaffen hat, zusammen.
3. Was aber am Wichtigsten ist: Er äußerte sich so unerträglich gegenüber der Welt zur Hessen-Wahl. Und auch wenn schon die indirekte Nichtwahlempfehlung schäbig war, wird das Verhalten des Ex-Ministerpräsidenten unerträglich, wenn man seine Motivation betrachtet: Ypsilanti wollte Atomkraftwerke abschalten und Kohlekraftwerkneubauten verhindern – eine direkte Bedrohung für die Energiekonzerne. Und auch für die RWE Power AG, in deren Aufsichtsrat Clement sitzt. Clement hat sich korrumpieren lassen und seine beruflichen Vorteile weit über das Wohl seiner Partei gestellt, ohne die er niemals so weit gekommen wäre.
Clement sollte einen Schlussstrich ziehen, offen und ehrlich bekennen, mit seiner Partei nichts mehr zu tun zu haben, was nicht an der Partei liegt, sondern an ihm. Ich habe jedenfalls keine Lust, ihn “Genosse” zu nennen.
Profijournalismus
Gestern wurde in Köln der portugiesische Neuzugang Petit vorgestellt, ein Transfer, der bundesweit für Aufsehen sorgte, weil eigentlich nicht in der Kragenweite eines Aufsteigers. Und doch war der Saal bei der Pressekonferenz ziemlich leer, vielleicht weil die PK kurzfristig angekündigt wurde. Zum Glück übertrug der Lokalfernsehsender center.tv auch live ins Internet. Und weil Pressekonferenzen zwar öffentlich sind, aber vor Ort nicht den Anschein unmittelbarer Öffentlichkeit erwecken – man ist ja unter sich – konnte man schön merken warum der Sportjournalismus von anderen Sparten doch desöfteren mitleidig belächelt werden. Eine der ersten Wortmeldungen war, in breitestem Kölsch
Isch hab jar keine Fraje, isch wollt nur mal dem Mischael Meier mein Respekt zollen
Danach kam eine eher unauffällige Frage nach weiteren Sprachen, die der Spieler vielleicht beherrschte (keine), dann ging es weiter mit
Weiß Petit denn, dass hier in Köln ein ganz besonderes Bier gebraut wird, das so heißt wie unsere Sprache, also Kölsch?
und als dann ein ziemlich greis wirkender älterer Herr, vielleicht durch Genuss besonderen Bieres schon um 13:30 leicht derangiert, fragte, ob Petit denn als “Sechser, der am eigenen Strafraum den gegnerischen Torjägern auflauert”, auch noch andere Positionen bekleiden könnte (und dabei – Unterstellung – an Libero, Ausputzer und Mittelläufer dachte), da konnte ich nicht mehr. Warum können Journalisten nicht richtige Fragen stellen, also solche, die interessant sind, und nicht nur völligen Gaga-Schmu oder Dinge, die man in zwei Sekunden im Internet recherchieren kann, solange man nicht in China ist? Interessant wäre gewesen, warum sich der Spieler für Köln entscheidet, wenn ihm andere, sportlich besser stehende Vereine, mehr Geld geboten haben. Nur so zum Beispiel. Und ob er schon Spieler aus dem Team kennt. Und was er von Köln weiß. Und ob seine Familie mit herzieht. Das wäre aber vielleicht zu professionell gewesen, man ist ja unter sich.
Tücken der Statistik

Irgendwann im Juni haben sich die Statistiken von WordPress von mir verabschiedet, und ich habe keine Ahnung wieso. Jetzt habe ich mir ein Google Analytics Konto eingerichtet und bin gespannt, ob das nach 24 Stunden wirklich funktioniert, wie ich überall las. Bisher zeigt es nämlich gar nichts an.
Bei meinen früheren Homepages in statischem HTML habe ich immer Nedstat benutzt, so zwischen 2001 und 2003 – damals gab es gefühlt keine Seite, die ohne dieses kleine blaue Icon irgendwo recht weit unten versteckt auskam – so ein richtiges Gefühl dafür, was das Internet ist, bekam ich erst, als ich die Herkunftsweltkarte meiner Besucher sah, die ordentlich gefüllt wurde, als ein Freund von mir für drei Monate nach dem Abitur durch Südamerika zog. Ich bin gespannt, wie es jetzt aussieht.
(Liebe Feedreader, ich sage das nur einmal und schäme mich dafür: Bitte einmal hier auf die richtige Seite gehen. Nur damit ich sehe, dass es funktioniert.)
Nachlese Bayernspiel
Eine Krankheit der letzten Jahre scheint zu sein, Testspiele davor und danach systematisch kleinzureden – mal abgesehen von den Ticketeinnahmen, wozu sollen die denn gut sein, wenn man daraus nichts ablesen kann? Man konnte nämlich einiges sehen.
Vorneweg: Das Spiel war ziemlich mies. Beide Mannschaften taten sich in Sachen Laufbereitschaft nicht sonderlich hervor, und gerade bei den Bayern hatte ich fast durchgehend den Eindruck, wenig Konkurrenzkampf zu verspüren – Spieler wie van Bommel, Lahm und Lucio spulten etwas ab, was man kaum noch Pflichtprogramm nennen konnte – stark waren nur der unauffällig aber souverän spielende Ottl, der ziemlich frei wirkende Kroos und Hamit Altintop, der seine Position in der Nationalmannschaft offenbar auch beim FC Bayern dahingehend interpretiert, mal ins Zentrum zu ziehen und da die Bälle zu verteilen.
Der 1. FC Köln startete mit einem modernen 4-2-3-1, und das weniger aus taktischer Überzeugung und mehr aus der Erkenntnis heraus, bei einem dauerverletzten Ishiaku nur einen echten zentralen Stürmer zu haben. Die Aufstellung:
-----------Novakovic------------
--Ehret------Antar------Brecko--
---------Matip--Pezzoni---------
--Womé--Geromel--Mohamad--Özat--
-----------Mondragon------------
Dieses Prinzip ging insofern auf, dass man somit sage und schreibe neun Feldspieler aufbot, die offiziell als Abwehrspieler deklariert sind. Bei Ballbesitz Bayern hatte man mit Womé und Ehret auf links und Brecko und Ümit rechts jeweils gleich zwei Außenverteidiger, dazu konnte Roda Antar, vor einem Jahr als defensiver Mittelfeldspieler geholt und jetzt eher auf der 10 vorgesehen, im Zentrum aushelfen – Milivoje Novakovic durfte dann in Nähe der Mittellinie auf die aus dem letzten Jahr so vertrauten hohen Steilpässe warten, was Uli Hoeneß offenbar nicht so lustig fand.
So dümpelte das Spiel, abgesehen von einigen Zufallschancen wie dem abgefälschten Innenpfostenschuss von Klose in der ersten Halbzeit größtenteils vor sich hin, weil die Bayern absolut keine Wege fanden, hinter diese zwei FC-Viererketten plus Antar zu kommen, die sich schnell vor dem eigenen Strafraum massierten, sobald sie den Ball verloren hatten.
In der zweiten Halbzeit wurde es dann merklich besser, die Spieler wurden auf beiden Seiten müder und angesichts des Regens wohl auch lustloser, was Räume eröffnete. So konnte sich Brecko offensiv gegen den eingewechselten Jansen deutlich öfter durchsetzen, auch weil Kroos von links oft nach innen zog und sich dort vier zentralen Abwehrspielern gegenübersah und er ansonsten auf dem Flügel vom gegenüber der letzten Saison nicht mehr wiederzuerkennenden Ümit Özat, teils recht ruppig, gestoppt wurde. In der FC-Offensive wurde dann einmal durchgewechselt, auf Linksaußen durfte Neuzugang Sanou ran, für Antar kam Broich auf die 10, die er sich mit Nachwuchstalent Taner Yalcin teilen durfte, der nominell für Fabrice Ehret eingewechselt wurde, sich aber mit Broich in Offensiv- und Defensivarbeit abwechselte. Broich gehörte somit auch zu den besseren Akteuren der letzten halben Stunde und leitete das ein, was mit einem echten Zentralstürmer das 1:0 geworden wäre: Kurz nach den Wechseln flankte Broich vom linken Strafraumeck so sauber und intelligent, wie das in Köln im vergangenen Jahr nur er hin bekam auf den für Novakovic gekommenen Chihi, der völlig frei vor Rensing zum Kopfball kam und diese Vorlage nicht verwerten konnte – wie auch, als eigentlich eher trickreicher Flügelstürmer. Ansonsten gab es nur noch recht wenig zu sehen, einen schönen Distanzvolleyschuss von Brecko, der offenbar auch mit dem linken Fuß etwas anfangen kann und einen kleinen Wackler von Rensing, den man allerdings auch dem nassen Ball ankreiden kann.
Ansonsten bleibt noch anzumerken, dass Geromel ganz offenbar schon recht gut mit Mohamad harmoniert, Womé bei entsprechender Fitness endlich die klaffende Lücke links hinten schließen könnte, Matip als defensiver Mittelfeldspieler nur dann taugt, wenn er als Sonderbewacher eingeteilt wird, ihm aber verboten werden sollte, sich im Spielaufbau zu versuchen – am besten bleibt er mit dem gewonnenen Ball stehen und wartet bis sich Antar ebenjenen abholt. Novakovic ist als begnadeter Konterstürmer noch nicht richtig ins Spiel eingebunden, Fabrice Ehret in Normalform nicht geeignet, auf dem linken Flügel für Gefahr zu sorgen. Und Mondragon, entgegen Jürgen Kohlers merkbefreiten Gemunkel, die sicherste FC-Nummer 1 der letzten Jahre. Das Spiel war nicht attraktiv, aber nur selten schwamm die Kölner Mannschaft. Das macht Mut, und ansonsten: Mit 34 torlosen Unentschieden wäre man in den letzten Jahren auch nie abgestiegen.
Videozusammenfassung des Spiels
Archivwissenschaften
Gestern habe ich beschlossen, doch mal Kategorien in diesem Blog einzuführen – dabei habe ich nicht geahnt, wieviel Arbeit es ist, das nachträglich für alle Beiträge zu machen. Jetzt aber funktioniert es und ist rechts abrufbar.
Hat jemand eine Idee, wie ich Wordpress angewöhne, mir beim Schreiben und Editieren von Beiträgen direkt den Code und nicht das Visual Dingens anzuzeigen? Das ist nämlich problematisch bei YouTube-Links, weil sich im Visual-Ding dann direkt das Adblock-Flash-Ding mit in den Quelltext schreibt und mein ganzes Template zerhackt..
Auf dem Klo entdeckt (4)
Es heißt, Sie besuchen regelmäßig den Gottesdienst
Ich wurde als Mitglied der Kirche von England erzogen und befolge einfach die Gebräuche meines Stammes. Die Kirche ist Teil meiner Kultur, ich mag die Rituale und die Musik. Wäre ich im Irak groß geworden, so ginge ich in die Moschee.
Empfinden sie da keinen Konflikt mit Ihrem wissenschaftlichen Weltbild?
Überhaupt nicht. Mir scheint, dass die Leute, die die Religion angreifen, sie nicht wirklich verstehen. Wissenschaft und Religion können friedlich nebeneinander existieren. Allerdings denke ich, dass sie einander nicht viel zu sagen haben. Am liebsten wäre mir, Wissenschaftler würden das Wort “Gott” gar nicht gebrauchen. Ich weiß doch, dass wir noch nicht einmal das Wasserstoffatom verstehen – wie könnte ich da an Dogmen glauben? Ich bin ein praktizierender, aber kein gläubiger Christ.
Stefan Klein im Gespräch mit Martin Rees, dem Hofastronom der Queen und Professor in Cambridge, Zeit Leben Magazin 31/08, S. 24.
Vorbereitungsendspurt
Morgen betritt der FC endlich wieder die Bühne nationaler Aufmerksamkeit und spielt, live von Sat 1 übertragen, ein Testspiel gegen den FC Bayern München beziehungsweise wohl dessen Zweit- bis Drittgarde aus. Zeit für ein kleines Zwischenfazit.
1. Die Testspiele lassen keinerlei Schluss auf das tatsächliche Potenzial der Mannschaft zu – Topeinkäufe wie Ishiaku waren dauerverletzt, beim überragenden Nemanja Vucicevic ist man nach einer mehr als verkorksten Debütsaison misstrauisch, zudem ging es auch in den Ergebnissen auf und ab, was Christoph Daum mit wirren Erklärungen zum Konditionstraining begründete.
2. Es läuft offenbar auf zwei variable Systeme hinaus, ein klassisches 4-4-2 mit Doppelsechs und ein 4-2-3-1, je nachdem wieviele unserer zwei klassischen Stürmer verletzt sind. Definitiv fehlt noch ein defensiver Mittelfeldspieler, auch wenn diese Rolle in den Testspielen durchaus erfolgreich von Brecko, Geromel und sogar Tarnbrasilianer André ausgefüllt wurde – für Erstligaansprüche genügt das dennoch nicht.
3. Vorne hakt es nicht zuletzt aufgrund der verletzungs- und disziplininduzierten Ausfälle von Novakovic, Ishiaku und Antar gewaltig, dafür wurde die Defensive ordentlich verstärkt, auch wenn Womé sogar in Verlautbarungen seitens des Vereins noch als weit hintenliegend beschrieben wird. Ist ja auch kein Wunder, der hat letzte Saison kein einziges Ligaspiel gemacht.
4. Von überall her wird gekrittelt, dass der Kader nur noch aus Ausländern bestünde. In der ersten Elf sieht es außer Broich auch tatsächlich mau aus, aber: Die meisten Spieler können Deutsch oder lernen es wie Ümit (der mein heißester Tipp für die Überraschung der Saison ist) fleißig, und von hinten rückt mittlerweile eine gute Riege an Nachwuchsspielern heran, die im Wiederabstiegsfall schnell ein Gerüst der neuen Mannschaft bilden könnten, und sich ansonsten in den nächsten Jahren definitiv in den Fokus spielen können: Der in der Vorbereitung überzeugend, aus Karlsruhe gekommene U20-Nationalspieler Brosinski, der auf beiden Flügeln einen guten Zug nach vorne besitzt, der mit reichlich “Neuer-Podolski-aber-auf-der-10″-Vorschusslorbeeren aus der U19 hochgezogene Taner Yalcin, der erst 17-jährige Rechtsaußendribbler und Sinkiewicz-Cousin Gardawski und der schon im letzten halben Jahr durchaus überzeugende Kevin Pezzoni. Hinzu kommt mit Thomas Kessler einer, der in spätestens zwei Jahren die Mondragonnachfolge antreten kann.
5. Die Transferpolitik ist noch nicht abgeschlossen, weist aber immer wieder nette Überraschungen auf – heute berichtete der Express, der FC habe bei Gilberto Silva vorgefühlt, der Arsenal mittlerweile Richtung Athen verlassen hat – das spricht für Chuzpe und ein mutiges Verständnis dafür, was man jetzt braucht – Schindzielorze hatten wir genug. In Sachen Nummer 6 noch einmal: der Kicker berichtet von einem Nationalspieler mit Champions League-Erfahrung, der in den nächsten Tagen verpflichtet werden soll. Wir dürfen gespannt sein.
Ebenso gespannt bin ich auf das morgige Spiel. Nächste Woche dann noch ein echter Härtetest gegen den MSV Duisburg, so Gott will bin ich da im Stadion. Ansonsten: Im DFB-Pokal spätestens in der zweiten Runde raus, und dann wird alles gut.
Die Testspiele in der Videozusammenfassung
Gegen Standard Lüttich (3:3):
http://www.fc-koeln.de/index.php?id=1980
Gegen West Bromwich Albion (4:1):
http://www.fc-koeln.de/index.php?id=1968
Gegen Fortuna Düsseldorf (0:0)
http://www.fc-koeln.de/index.php?id=1922
Gegen Wuppertal (1:1):
http://www.fc-koeln.de/index.php?id=1919
Gegen Zilina (1:2):
http://www.fc-koeln.de/index.php?id=1865
Gegen Austria Kärnten (2:2):
http://www.fc-koeln.de/index.php?id=1849
Gegen Rapid Wien (3:2):
http://www.fc-koeln.de/index.php?id=1789
Gegen eine Regionalauswahl (5:0):
http://www.fc-koeln.de/index.php?id=1625
Experten bei der Arbeit
Für die Sportbild läuft es im Moment nicht sonderlich gut. Zuerst machte sie zwei mal auf dem Titel mit exklusiven Knallerthemen auf, die noch im Laufe des Mittwochvormittags dementiert wurden und sich als offenbare Erfindungen herausstellten (”Poldi darf für 15 Mio zum FC zurück” und “Geheimplan: Kahn wird Bayern-Berater”), und heute morgen kommt mir die Bundesligaprognose für meinen 1. FC Köln unter die Augen. Und auch wenn es alles Lappalien sind: So richtig vertrauenserweckend macht es die sog. Experten nicht. Fangen wir an mit
Es war kurz nach 23 Uhr, als Christoph Daum an jenem 21. Mai im Kölner Villen-Vorort Hahnwald vor seine Haustür trat und den wartenden Journalisten Großes verkündete.
Wie jedermann im Express-Ticker verfolgen konnte, befand sich Daum zu diesem Zeitpunkt am Geißbockheim und nicht in seiner Villa. Da versuchte Gattin Angelica sicher noch, streunenden Journalisten Hanutas anzudrehen.
Eine Mannschaft zusammenstellen, die Perspektive hat und die einen Rekordetat von 64 Millionen Euro rechtfertigt. Die schließlich Daum bis zum Ende seines Vertrages am 30. Juni 2010 Spaß machen soll.
Eine Quelle nennt die Sportbild für diese Zahlen nicht, sie sind aber zumindest anzuzweifeln – der Verein selbst veröffentlicht keine Etatzahlen mehr, da diese in den letzten Jahren immer wieder sensationsheischend in missverständlichem Kontext gebraucht wurden. Der Express jedenfalls spricht vom schweren Versuch des seriösen Geschäftsführers Claus Horstmann, den Gesamtetat über die 50 Millionen-Marke zu hieven.
Zehn neue Spieler sind da, sechs weg und die Umbaumaßnahmen noch gar nicht beendet.
Zahlen, die ich nicht nachvollziehen kann. Abgänge: Helmes (Leverkusen), Gambino (Koblenz), Alpay (unbekannt) und Suazo (Antalyaspor, war ausgeliehen). Alle mit auslaufenden Verträgen. Angekommen sind: Sanou (Freiburg), Brecko (Hamburg), Womé (Bremen), Geromel (Guimaraes), Ishiaku (Duisburg) sowie der Nachwuchsspieler Brosinski (Karlsruhe), zudem wurden Taner Yalcin und Michael Gardawski von der eigenen U19-Juniorenmannschaft hochgezogen, werden aber wohl hauptsächlich in der U23-Mannschaft zum Einsatz kommen. Wo da jetzt zehn bzw. sechs Spieler sind, kann ich nun wirklich nicht erkennen.
Miso Brecko kämpft noch um seinen Platz. Der Neuzugang vom HSV, in Hamburg meist Ersatzspieler, muss sich gegen Youssef Mohamad und Kevin McKenna durchsetzen.
Der bemitleidenswerte Brecko durfte in der Vorbereitung schon auf vielen Positionen spielen, links, rechts, im defensiven Mittelfeld und machte dabei vor allem durch nahezu perfekte Flanken auf sich aufmerksam. Aber Innenverteidiger? Das ist nun wirklich äußerst unwahrscheinlich. Zumal die Zentrale Mohamad/Geromel erst einmal gesetzt sein dürfte.
Die Abgänge von Patrick Helmes (Leverkusen) und Alpay (Ziel unbekannt) wurden gut kompensiert.
Ob man den Abgang von Patrick Helmes überhaupt kompensieren kann, außer Abermillionen auszugeben, wage ich zu bezweifeln, aber gut. Viel wichtiger: Wäre der Abgang von Alpay jetzt kompensiert worden, hätte Michael Meier so einiges falsch gemacht. Alpay stand zwar noch bis zum 30.6. in Köln unter Vertrag, sein letztes Spiel aber machte er am 20. Mai 2007. Danach durfte er sich bei den Junioren fit halten, wurde aber nicht mehr eingesetzt – ein Wechsel zur Winterpause scheiterte an seiner Einberufung zur türkischen Armee.
Grund zur Sorge bereiten die Positionen im defensiven Mittelfeld. [...] U-20-Nationalspieler Daniel Brosinski aus Karlsruhe ist bislang nur eine Ergänzung
Natürlich kann sich das gerade in seinem Alter noch ändern, aber: Brosinski ist wiederum alles, nur kein Sechser. Und wenn man schon nicht, wie das eigentlich Standard sein sollte, Experte für den Verein ist, über den man schreibt, und sich auch mal ein Testspiel anguckt (geht oft sogar im Internet bei center.tv!), dann könnte man doch wenigstens mal bei transfermarkt.de nachschauen. Und da steht ziemlich wahrheitsgemäß: Mittelfeld Außenbahn. Aber gut, was kümmert das die Sportbild.
Trans Europe
Vielleicht kann man sich meine Enttäuschung vorstellen, als ich zunächst las, dass die Constantines auf Tour gehen, und dann diese Tourdaten vorgesetzt bekam:
12.09.2008 Dublin, Ireland
Whelans14.09.2008 Dorset, England
End Of The Road Festival16.09.2008 Glasgow, Scotland
Captain’s Rest17.09.2008 London, England
Bush Hall
with Shearwater18.09.2008 London, England
Wilmington Arms19.09.2008 Paris, France
Maroquinerie
with The Willowz & Someone Still Loves You Boris Yeltsin20.09.2008 Brussels, Belgium
Botanique
with 31knots21.09.2008 Tilburg, The Netherlands
ZXZW Festival @ 01322.09.2008 Amsterdam, The Netherlands
Paradiso
Also mal schnell bei Puschen, dem geschmackssicheren und überaus freundichen Booker nachgefragt und höchst erfreuliche Antworten bekommen:
Ja, Du kannst reinschreiben, dass sie wahrscheinlich Anfang 2009 in Kölner Raum spielen.
Und im September kommt in Deutschland vielleicht auch schon was. Na also. Bis dahin: Hört mehr Constantines!
Splitter (8)
hellojed.de leitet ab jetzt auf hellojed.de/wp weiter. Was mit dem bisher dort befindlichen Sampler passiert, entscheide ich ab Freitag, dann ist meine Klausurenphase vorbei.