Zur Freiheit der Meinungsäußerung

Kaum ist der Trainerkrimi vorbei, gibt es neue Unruhe beim 1. FC Köln. Bei Queer.de ist unter Bezugnahme auf fussball-kultur.org zu lesen, wie sich in einer am 28. Mai auszustrahlenden DSF-Doku zum Thema „Fußball und Homosexualität“ Trainer Christoph Daum äußert:

„Da wird es sehr deutlich, wie sehr wir dort aufgefordert sind, gegen jegliche Bestrebungen, die da gleichgeschlechtlich ausgeprägt ist, vorzugehen. Gerade den uns anvertrauten Jugendlichen müssen wir mit einem so großen Verantwortungsbewusstsein entgegen treten, dass gerade die, die sich um diese Kinder kümmern, dass wir denen einen besonderen Schutz zukommen lassen. Und ich hätte da wirklich meine Bedenken, wenn dort von Theo Zwanziger irgendwelche Liberalisierungsgedanken einfließen sollten. Ich würde den Schutz der Kinder über jegliche Liberalisierung stellen.“

So weit, so schlimm. Daum sieht von Homosexuellen ausgehend eine Gefahr für die Jugend – rückt also den Schwulen per se in die pädophile Ecke. Ich bin gespannt, was da demnächst noch an Dementi, Relativierungen und Rücktrittsforderungen kommt.

Was mich aber ebenso erschüttert sind die Reaktionen im offiziellen Vereinsforum – dort wird der der Fußballagitation nun sicher unverdächtigen Queer-Seite unterstellt, Unruhe in den Verein bringen zu wollen, es wird von normaler Meinungsäußerung geredet, davon dass Toleranz auch die Toleranz gegenüber den Andersdenkenden ist, und ab und an platzt richtige Homophobie heraus.

So schreibt „fcfan44“, 60 Postings:

warum versuchen hier einige schmutz auf CD zu werfen.
der mann ist wegen seiner geschichte geläutert und verdient nicht von einigen lederhosen verunglimpft zu werden.

ich mag übrigens auch keine tucken!

Palmeser, 324 Beiträge:

Ich glaube es geht ,darum,dass Schwule ihre Sexualität in der Öffentlichkeit zeigen.
Würden die Heteros einen CSD machen ,was wäre da los.Alle würden sich empören.Hier geht es sich um den Verfall der Werte und das verkörpern Homos über den Ausdruck der Sexualität.
Steht auf jeden Fall in einer Liga mit Drogen und Gewalt.Und hat auch nix mit Diskrinination zu tun ,worauf Homos gerne aufspringen.

Mettbrötchen, 798 Beiträge:

Political Correctness ist auch eine Form von Faschismus.

Manager78, 2876 Beiträge:

Daum spricht das aus, was Millionen in Deutschland und weltweit Milliarden denken und fühlen.

Barmer Jong, 24 Beiträge:

Es kann ja nicht jeder ein Freund der Homosexualität sein. Ein Fan bin ich auch nicht gerade.

und nochmal:

Es ist doch wohl mein Recht zu sagen, dass ich mit Homosexualität nichts anfangen kann!?

Ein Anekdötchen:

An einer Ampel stehen 2 Schwule, eine Grundschulklasse samt Lehrerinnen, meine Freundin und ich. Die beiden hatten nichts anderes zu tun, als sich mit Zungenküsse zu liebkosen. Kann man das nicht zu Hause machen? Als die Lehrerin sagte, dass sie das nicht toll findet, dies vor den Kindern zu praktizieren, wurde sie von den beiden auch noch beschimpft. Zum Glück wurde es Grün.

Für Homosexualität kann man nichts, aber die Mehrheit der Männer finden es nunmal ekelhaft. Was man privat macht, geht mich nichts an und ist mir auch egal, auch bei Schwulen, aber in der Öffentlichkeit muss das nicht sein.

und nochmal:

Männer finden lesbische Frauen immer erotisch, wenn sie nicht zu burschikos sind. Ist zwar im Prinzip das gleiche, aber da Männer nunmal Männer sind und Homosexualität unter Männern nicht normal ist, assozieren Männer nunmal Abscheu. Ich hab noch nie nen Hetero sagen hören: Schwulenpornos sind geil. Bei Lesbenpornos ist die Sachlage anders

Ich würde das gerne abtun als Idioten. Aber das sind die Leute, mit denen ich vor fast zwei Wochen jubelnd über die Zülpicher Straße gezogen bin. Verdammt.

8 Kommentare zu “Zur Freiheit der Meinungsäußerung

  1. Ich sag mal so: Wenn du nicht mit Idioten jubeln willst ist Fußball vielleicht nicht das Hobby der Wahl.
    Davon ab sind aber Kommentare im Internet zu „heiklen“ Themen generell die Pest. Ich lese sie schon bewusst nicht mehr weil mich das nur aggressiv macht.

  2. Pingback: Genderblog » Christoph Daum und seine Fans

  3. Pingback: Christoph Daum: homophob oder einfach doof? : fussball lebt

  4. Pingback: Vip-Raum » Blog Archive » Fußballakademie tritt Schwulendebatte los

  5. Pingback: Andersrum Rut-Wiess » Blog Archive » Drei Links als Leseempfehlungen

  6. Wenn Daum meint, dass man Kinder vor Homosexuellen schützen sollte,ist das seine Meinung. Meine Meinung ist, dass man Kinder vor solchen lügenden Kiffern wie Daum schützen sollte.Er soll sich zu seinen Canabisplantagen in die Türkei zurückscheren.Schwule und Pädophile in eine Ecke zu drängen,ist ein Unding

  7. Pingback: Sportteil » Blog Archive » Aktion Libero

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